Arbeiten in den USA: Bundesagentur
April 9th, 2009 by Redaktion
Kann die Bundesagentur für Arbeit, genauer: deren Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), deutschsprachigen Jobsuchern dabei helfen, Arbeit in den USA – oder, wie in Ihrem Fall, in Florida – zu finden?
Kommt ganz darauf an. Wenn Sie Ihre Jobsuche in Florida sozusagen bei Null starten, bietet die Übersichtseite der Arbeitsagentur “Arbeiten in den USA ” aus unserer Sicht einen passablen Einstieg (in deutscher Sprache) in das Thema “Wie finde ich einen Job in den USA?”.
Und hier folgt gleich die erste von zwei Einschränkungen:
vorausgesetzt, Sie glauben nicht alles, was Sie auf der Seite der ZAV lesen.
Diese Homepage wurde zwar mit Ihren Steuergeldern bezahlt. Aber das garantiert nach Recherchen von Florida-Stellenmarkt noch lange nicht, daß die von der Bundesagentur veröffentlichten Informationen zum Thema “Arbeiten in den USA” auch akkurat recherchiert wurden und korrekt sind.
Ein Beispiel. Zum Thema “Arbeiten in den USA: Private Personaldienstleister” wird auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit (Stand: 9. April 2009, 18:31:59 Florida-Zeit) kurz und knapp behauptet: “Private Arbeitsvermittler oder ‘Headhunter’ können über das Internet gefunden werden. Bitte beachten Sie, dass für eine Vermittlung Gebühren fällig werden.”
Dieser Hinweis ist, was die Jobsuche in den USA betrifft, unangemessen kurz – und zum Teil schlichtweg falsch. Zum einen spielen private Arbeitsvermittler, oft hoch spezialisiert auf eine Branche oder Nische, eine weit wichtigere Rolle im US-Arbeitsmarkt als in Deutschland.
Zum anderen – und anders als oftmals in Deutschland – fällt bei einer Vermittlung für den oder die Jobsucher/in eben keine Erfolgsgebühr (Provision) an.
Das gilt auch für private Arbeitsvermittler in Florida. Wie im Rest der USA werden sie von den Firmen bezahlt, denen sie dabei helfen, passende Bewerber für offene Stellen zu finden. Auch wenn Sie es aus Deutschland anders gewohnt sind: selbsternannte Headhunter, die eine Vermittlungsgebühr von Bewerbern verlangen, gelten hierzulande als absolut unseriös.
Das bedeutet: Auch wenn Sie jemanden von Deutschland aus einschalten, der auf dieser Geschäftsgrundlage arbeitet, könnten Sie damit Ihrer Jobsuche in Florida möglicherweise mehr schaden als nützen.
Warum dieser Hinweis? Wir beim Florida-Stellenmarkt meinen, Sie sollten sich nicht durch derartige Fehlinformation der Bundesagentur für Arbeit bei Ihrer Jobsuche davon abschrecken zu lassen, auch seriöse private Arbeitsvermittler in den USA einzuschalten. Im Gegenteil! Viele Jobsucher aus Deutschland haben ihre erste Stelle in den USA mit Hilfe einer amerikanischen “recruiting firm” gefunden.
Das kann zum Beispiel ein freiberuflicher “Recruiter” sein, der sich auf internationale Fachkräfte in Ihrer Branche oder Berufsgruppe spezialiert hat. Oder eine Personalberatung wie das Germany-USA Career Center, das seit mehr als zehn Jahren als wichtiger Partner der amerikanischen und deutschen Wirtschaft den deutsch-amerikanischen Arbeitsmarkt betreut.
Ein Hinweis ist an dieser Stelle angebracht: Wie bereits angemerkt, sind seriöse Arbeits- oder Personalvermittler in den USA im Auftrag der einstellenden Unternehmen tätig. Von diesen Firmen werden sie auch bezahlt. Stellen Sie also keine überzogenen Erwartungen an “Ihren” Recruiter. Als Bewerber/in sind Sie nur eine/r unter Tausenden, die hoffen müssen, daß ihre Bewerbung gerade dann zur Hand (“on top of the pile”) ist und paßt, wenn sich eine entsprechende Vakanz auftut.
Wie nun lassen sich solche Experten ausfindig machen? Hier folgt die zweite Einschränkung, was den praktischen Nutzwert der Arbeitsagentur-Seite “Arbeiten in den USA betrifft.
Aus unserer Sicht beim Florida-Stellenmarkt wirkt die Auswahl von weiterführenden Quellen und Web-Links auf der “Arbeiten in den USA”-Seite willkürlich und wenig hilfreich.
Da werden beispielsweise die “Stellenmärkte in den wichtigsten US-amerikanischen Zeitungen” aufgeführt. Dabei haben die Stellenmärkte in der Presse hierzulande, in den USA, schon lange ihre Relevanz eingebüßt. Oder es werden unter “Weitere nützliche Links” ausschließlich drei deutsche(!) Webseiten benannt, von denen zumindest einer – Spiegel Online – wenig bei der Suche nach Jobangeboten für Deutsche in den USA helfen kann.
Nun ja. Schließlich heißt sie ja auch Bundes-, und nicht Amerika-Agentur für Arbeit. Die Beamten werden schließlich nicht dafür bezahlt, den anhaltenden “Brain Drain” Richtung USA auch noch zu fördern.
Was, vielleicht deshalb, leider ebenfalls fehlt, sind Hinweise oder Links zu Dienstleistern, die etwa Hilfe beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen, auf Englisch und nach amerikanischen Standards, bieten. Ein solches Angebot macht in Deutschland zum Beispiel das Berufszentrum – Deutscher und internationaler Bewerbungsservice in Bad Oeynhausen.
In den USA offeriert das Germany-USA Career Center, ein Florida-Stellenmarkt-Partner, wahlweise auf Deutsch oder auf Englisch, eine spezialisierte telefonische Beratung bei der USA-Jobsuche für Bewerber aus Deutschland.
Auch wenn’s für Sie vielleicht (noch) einfacher ist, sich dem Thema – wie hier auf dem Florida-Stellenmarkt – auf Deutsch zu nähern: Wir empfehlen, sich in den USA auf Englisch beraten zu lassen, falls Sie sich mit einer der beim Florida-Stellenmarkt oder auf der Arbeitsagentur-Seite genannten Stellen in Verbindung setzen. Warum?
Dazu demnächst mehr an dieser Stelle!
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