Florida-Stellenmarkt

Jobs & Stellengesuche für Deutsche in Florida

Me 2.0: “Profi-Ich” für die USA-Jobsuche

April 16th, 2009 by Redaktion

Selbstvermarktung bei der Jobsuche in den USA ist erlernbar und ein Muß. Wie’s geht, zeigt der amerikanische Bestseller-Autor, Blogger, Tweep… Dan Schawbel – auch für Jobsucher aus Deutschland

Daß die USA angeblich keine kulinarische Kultur haben, ist ein “typisch deutsches” Vorurteil, das sich schnell widerlegen läßt. Dasselbe gilt für die oftmals in Deutschland geäußerte Ansicht, “die Amerikaner” seien eben geborene “Selbstvermarkter”.

Soso. Das kann schon deshalb nicht stimmen, weil ja viele erfolgreiche Amerikaner erst unlängst aus anderen Ländern – zum Beispiel aus Deutschland – in die USA ausgewandert sind. Tatsächlich muß auch in den USA oftmals die notwendige Selbstvermarktung, etwa zur Jobsuche und Karriereplanung, erst mühsam erlernt werden.

Das gilt vor allem für Jobsucher, die aus einer anderen Kultur kommen. Sprachkenntnisse allein genügen da nicht. “Sozialkompetenz” in der neuen (Arbeits-) Umgebung ist mindestens ebenso wichtig. Und, neuerdings, auch Online-Kompetenz bei der Jobsuche.

Doch wie läßt sich die lernen? Nein, mit dem in Deutschland diskutierten “Internet-Führerschein” hat das nichts tun.

In den USA werden Eigeninitiative und ständige Selbst-Weiterbildung erwartet. So erklärt sich beispielsweise der Erfolg von “Me 2.0: Build a Powerful Brand to Achieve Career Success” (Kaplan, April 2009)” von US-Autor Dan Schawbel.

Dan Schawbel, Autor "Me 2.0"

Dan Schawbel, Autor "Me 2.0"

Das Germany-USA Career Center hat Schawbel gefragt, was “Me 2.0″ für die Online-Jobsuche zwischen Deutschland und den USA bedeutet: zum Interview (auf Englisch).

Schawbels These: Wer das Web der “sozialen Netzwerke” in den USA zur Jobsuche und Karriereplanung benutzt, muß die eigene professionelle “Marke” (“Brand”) strategisch aufbauen, pflegen, schützen und, vor allem, vermarkten. In vielen Fällen, so Schawbel, sei das der einzige Weg, Personalbeschaffungs-Spezialisten (“Recruiter”) und potentielle Arbeitgeber auf die eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen aufmerksam zu machen.

Selbst wer das Web nicht zur gezielten Selbstvermarktung bei der Jobsuche einsetzt, behält besser das eigene “Me 2.0″-Profil im Auge. Beispiel: der hochspezialisierte Bauingenieur aus Deutschland, der sich unlängst bei mehreren Firmen in Florida bewarb. Dann stolperte ein möglicher Arbeitgeber in Miami bei Google über alte Beiträge in einem Amerika-Forum.

Dort begründete der Bewerber seine vermeintlichen Top-Chancen bei Bauunternehmen in den USA mit der angeblichen Schludrigkeit “der” Amerikaner am Bau, aber nölte auch erwartungs-ängstlich über die vermeintlich schlechtere Bier-Qualität im Sonnenstaat.

Mit “den Amerikanerinnen”, informierte der Möchtegern-Auswanderer aus Deutschland dann die Öffentlichkeit im Forum, werde er wahrscheinlich nicht so schnell warm werden. Die seien ja, bekanntermaßen, “viel prüder als die Miezen bei uns im Büro”.

“Too much information”, heißt es in solchen Fällen in den USA. Und leider kein Einzelfall. “Me 2.0″-Update dringend empfohlen.

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