Nürnberg, 1.4.2011. Die Bundesagentur für Arbeit plant, noch in diesem Jahr eine Zweigstelle im US-Bundestaat Florida zu eröffnen. Das wurde heute auf einer Video-Pressekonferenz der Behörde mitgeteilt, zu der deutsche und amerikanische Politiker und Medienvertreter nach Nürnberg und nach Miami eingeflogen worden waren.
“Die Lage am Arbeitsmarkt in Deutschland, insbesondere der verschärfte Fachkräftemangel, verlangt mehr Flexibilität und Mobilität von Arbeitnehmern und von Arbeitgebern gleichermaßen”, begründete Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur, diesen Schritt. “Als größter Dienstleister am deutschen Arbeitsmarkt”, so der Behördenchef, müsse die Bundesagentur “präsent sein, wo sich unsere Kunden befinden.”
Beobachter des deutschen und amerikanischen Arbeitsmarkts dürften von dieser Entwicklung kaum überrascht sein, so Weise. Die “alljährliche Winterwanderung” deutscher Arbeitnehmer in den US-Sonnenstaat habe regelmäßig zu einer angespannten Lage am Arbeitsmarkt in Deutschland beigetragen, erklärte der Behördenchef.
Weise: “Diesem Trend treten wir nun entschlossen entgegen, indem wir den Deutschen in Florida – und unseren amerikanischen Freunden – die vertraute Bandbreite deutscher Qualitätsdienstleistungen anbieten, für die wir bekannt sind.”
Geplant ist zunächst die Eröffnung eines deutschen “Jobcenters” in South Beach, einem beliebten Stadtteil von Miami. Weitere Jobcenter in Boca Raton, Ft. Myers, Orlando und Tampa sollen folgen.
“Wir sind froh und dankbar für die Hilfe, die unsere deutschen Freunde zum Wiederaufbau des Arbeitsmarkts in Florida angeboten haben”, erklärte Cynthia R. Lorenzo, Vorstandsvorsitzende der staatlichen Agency for Workforce Innovation, die – ähnlich wie die Bundesagentur für Arbeit in Deutschland – in Florida innovative Initiativen am Arbeitsmarkt verwaltet.
Besonders erfreut sei sie, so Lorenzo, dass bereits 17 Delegationen aus Deutschland – Mitglieder von Bundestagsausschüssen, Abgeordnetengruppen, Landtagskandidaten und Gemeinderatsmitglieder – offizielle Besuche in Florida angekündigt hätten.
Geplant sei, gemeinsam vor Ort in South Beach das Jobcenter zu inspizieren und sicher zu stellen, dass deutsche Steuergelder sinnvoll eingesetzt würden. Florida, so Lorenzo in makellosem Deutsch, sage: “Danke, Deutschland!”
Wie Lorenzo weiter ausführte, habe Florida stärker als die meisten anderen US-Bundesstaaten unter der Rezession gelitten. Von den deutschen Jobcentern würden nun wichtige Impulse für den Arbeitsmarkt in Florida erwartet.
So könnten bald erfahrene Feuchtgebiet-Spezialisten aus dem deutschen Spreewald beim “Alligator Wrestling” in den Everglades sowie bei der Ungeziefer-Entfernung in von der Immobilienkrise betroffenen Villengebieten eingesetzt werden, was sowohl dem Tourismus als auch dem Wohnungsmarkt nütze.
Überdies, so Lorenzo, habe die Bundesagentur für Arbeit auch Hilfe bei der Behebung des akuten Juristen-Mangels in Florida zugesagt.
So sollen in Kooperation mit der Universität Bayreuth, die in den USA vor allem mit ihren Beiträgen zum internationalen Verfassungsrecht für Aufsehen gesorgt hat, promovierte Juristen aus Deutschland angeworben werden.
Gefragt seien dabei vor allem solche Kandidaten, die bereits über praktische Erfahrung im Umgang mit dem Bündnispartner USA verfügen und bereit seien, sich neuen Herausforderungen zu stellen.
Ihre zukünftige Aufgabe, so war am Rande der Pressekonferenz zu vernehmen: eine breitangelegte Studie im Auftrag der Obama-Administration, der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer und des Verbands der Deutsch-Amerikanischen Immobilienmakler in Florida zu den rechtlichen Vorbedingungen und möglichen Folgen eines Verkaufs (“freundliche Übernahme”) von Florida an Deutschland, als 17. Bundesland.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
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